Hello again – Hallo Laufliebe

Hallo Laufliebe. Wie schön das du wieder da bist und wir unsere alte Romanze wieder aufblühen lassen konnten.

11 Wochen nach der Geburt war es soweit. Ich habe mich an die erste Laufrunde getraut. Ist ja nicht selbstverständlich das einen der Körper 11 Wochen später schon wieder laufen lässt. Schließlich habe ich einen neuen Menschen auf diese Welt gebracht. Entstanden und gewachsen in meinem Bauch. Ein Kopf, ein Körper, zwei Arme, zwei Beine, zwei Hände, zwei Füße. Das ist verrückt und eine Meisterleistung des Körpers.

Ich schnürte also die Schuhe und machte mich auf den Weg. Unwissend was mich erwarten würde. Hält der Beckenboden? Ist es zu früh? Komme ich mit nasser Hose nach Hause? Hält der Beckenboden nämlich nicht, läuft der Urin einfach raus. Teilweise unbemerkt. Das wäre irgendwie nur so semi gut. Bei meinen anfänglichen Spaziergängen plagte mich bislang nur Harndrang. Es war also alles nicht so ganz sicher. Die ersten Meter liefen sich jedoch ganz gut und auch ohne jeglichen Harndrang.

Nach den ersten 500 Metern war allerdings erst einmal Schluss. Der Beckenboden fühlte sich zwar gut an. Aber uff – das war immens anstrengend. Ich habe zwar mein Vor-Schwangerschaftsgewicht wieder, muss also keine zusätzlichen Kilos rumschleppen, aber ich bin eben fast 12 Monate keinen Meter gelaufen. Die Sehnen und Bänder sind durch die Schwangerschaft noch sehr weich und Muskeln einfach nicht vorhanden. Dann beginnt man zu realisieren das der Weg wohl doch ein wenig steiniger wird als angenommen. Die Freude darüber das ich wieder einen Fuß vor den anderen setzen konnte war immens groß. Ich war so glücklich. Und das konnte nichts trüben. Wie hatte ich es vermisst. Wahnsinn.

Das war der Zeitpunkt zu dem ich begann Hoffnung zu schöpfen. Hoffnung auf den Rennsteiglauf. Mein großer Traum, mein großer Wunsch. Insgeheim. Als „Comebacklauf.“ Der einzige Lauf an dem mein Herz wirklich hängt. Im letzten Jahr habe ich ihn absagen müssen mit dem kleinen Würmchen im Bauch.

So ging es ans Trainingsplan suchen. Mit der Zielzeit „ankommen“. Klingt komisch, ist aber so. Ich fange ganz von vorn an. Gefühlt erinnert sich mein Körper nicht mehr daran das wir schon diverse Läufe mit dem Namen Halbmarathon, Marathon und Ultramarathon gelaufen sind. Es ist alles wie 2012, als ich mit dem Laufen begann. Die Lunge brennt. Die Beine sind schwer wie Blei, aber ich habe eine Ziel. Und ich WILL das schaffen. Ob ich danach noch Wettkämpfe laufen werde, weiß ich nicht. Momentan ist mir das nicht wichtig, ich habe andere Prioritäten. Nur dieser Rennsteig. Der lässt mich nicht los, der entfacht das alte Feuer. Die alte Liebe, die alte Leidenschaft. Und so geht es los. Dreimal die Woche für ein paar (immernoch) schmerzhafte Kilometer. Walkingeinheiten sind dabei. Die langen Läufe unterbrochen von eingeplanten Gehpausen alle 15 Minuten. Und die brauche ich tatsächlich. Immer in kleinen Runden um zu Hause kreisend, damit ich schnell zu Hause sein kann, wenn ich muss, wenn der kleine Mensch mich braucht. Aber das ist ganz egal, ich würde sogar Runden im Garten laufen, wenn es sein muss 😉

Die Priöritaten haben sich eben verschoben. Laufen ist Luxus. Laufen ist Zeit für mich. Meistens. Manchmal geht es mit der ganzen Familie raus. Minime im Babyjogger, Mama und Papa abwechselnd schiebend. Diese Einheiten genieße ich sehr. Und ich bin schon gespannt wie es wird, wenn. Minima größer wird und wir mit ihm Radfahren gehen können.

Und nicht zuletzt bin ich meinem Körper sehr dankbar. Das er mich laufen lässt. Problemlos. 11 Wochen nachdem unser größtes Wunder das Licht der Welt erblickt hat.
Das ist keinesfalls selbstverständlich. Das ist für mich das zweite Wunder.

2 Kommentare zu „Hello again – Hallo Laufliebe

  1. Liebe Katrin, weiter so! Keep on running! Und Danke, das Du auch Probleme wie die mit dem Bekcenboden offen ansprichst. Was mich aber entsetzt hat – nur eine Liebe als Lauf? Kann ja wohl nicht sein … wahrscheinlich noch Schwangerschafts- und Stilldemenz 😉 Tiergartenlauf Nürnberg, jawoll! Ansonsten drücken wir Tatzen und Daumen, dass Du den Rennsteiglauf gut und mit viel Spaß absolvierst!

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