Zurück im Spiel

ES IST SOWEIT. Ich bin zurück im Spiel.
Aber irgendwer hat die Regeln geändert.
Die ersten Wochen zurück im Training sind geschafft.
Und doch irgendwie in einer besonderen Situation.
In Zeiten von Isolation, Selbstquarantäne, Social Distancing…wie auch immer man es nennen mag.

2020 ist ein komisches Jahr. Irgendwie könnte man es zurückgeben. Oder umtauschen. Aber irgendwie auch nicht. So genau weiß ich das nicht. Fürs Klima hätte nichts besseres passieren können. Wir Menschen bekommen es ja nicht hin. Und das ist eigentlich meine größte Sorge. Das ich meinem Sohn einen Planeten hinterlasse, der nicht mehr bewohnbar ist.
Aber zurück zu 2020.
Erst der Wiedereinstieg ins Arbeitsleben, dann der Bruch, dann Corona, irgendwie muss man ständig einen neuen Alltag finden. Alle paar Wochen aufs neue. Wenn das Alles vorbei ist, steht schon wieder eine Umgewöhnung an. Nämlich die, dass man wieder ins Büro muss. Und alles wieder anders unter einen Hut bringen. Und für mich Gewohnheitstier ist das schwer. Sehr schwer. Ich brauche Gewohnheit, sonst fühle ich mich unwohl.

Wer hätte gedacht, das jemals im Leben ein Punkt kommt, dass ein Virus uns alle weltweit einschränkt. In unserer gewohnten Freiheit. Nur noch allein einkaufen. Nur noch mit Einkaufswagen. Nur noch allein raus. Keine Freunde mehr sehen usw.
Wer hätte gedacht, das jemals im Leben ein Punkt kommt, an dem wir Läufe absagen oder verschieben müssen.
Weil die Gesundheit der Läufer vorgeht. Weil man sich wegen der Ansteckungsgefahr nicht versammeln darf. Weil man vielleicht auch nicht die Kapazität hat, die gesundheitliche Versorgung der Läufer nicht gewährleisten kann, weil das Personal anderswo dringender gebraucht wird.

Auch wir vom Tiergartenlauf stehen vor der Entscheidung das wir verschieben müssen.
Es sind komische Zeiten. Wirklich komische Zeiten. Surreal.
Bis Ende Mai sind alle Läufe und Wettkämpfe abgesagt, oder verschoben. Sogar mein über alles geliebter Rennsteiglauf. Und da hat mir trotz aller Vernunft wirklich das Herz geblutet.

Aber wir dürfen noch raus. Zum Sport machen. Allein.
Das war für mich ja noch nie ein großartiges Problem. Ich trampel gern allein durch die Heide. Auch gern stundenlang.
Und irgendwie hat es ja auch was Gutes. Man ist zeitlich ganz anders flexibel. Ich kann mein Training in der meisten Zeit vor das Homeoffice legen.

Aber erst einmal: Das Flügelchen ist fast wieder heile. Es wird nochmal geröntgt, um zu schauen das der letzte Rest des Bruches auch wirklich verheilt ist.
Ich darf wieder laufen, theoretisch auch radeln. Nur so einen Handstandüberschlag. Der ist noch nicht drin. Schade eigentlich, darauf hatte ich mich am meisten gefreut.
Radfahren ist so eine Sache. Hätte ich Lust zu, muss man sich aber trauen. Trau ich mich momentan nicht. Jedenfalls nicht draußen. Also kurzerhand einen Rollentrainer bestellt. Hallo Zwift.

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Also alles wieder im grünen Bereich. Zwar hab ich mich noch immer nicht so ganz an meinen Freund in der Schulter gewöhnt. Aber immerhin sind wir sowas wie Freunde geworden. Ich kann wieder heben und tragen usw. usw.

Und ich kann wieder mit Laufrucksack laufen. Was ganz cool ist und was ich auch auf den kürzeren Trainingsetappen konsequent machen möchte. Um mich daran zu gewöhnen und um die Schulter dran zu gewöhnen.
Die muss ja schließlich so einiges wieder lernen.

Seit einer Woche darf ich mich wieder meiner Lieblingsdisziplin im Training widmen. Stumpfes Kilometerschrubben. Einfach fortbewegen. Immer und immer weiter.
Ohne Intervalle und Lauf-ABC. Ich weiss das auch das wichtig ist. Aber stumpfes Zeit ablaufen ist einfach viel mehr mein Ding 😀  (Wo wir doch wieder bei Gewohnheitstier wären)
Alles noch sehr langsam laufend und teilweise walkend, aber das ist egal. Auch wenn es manchmal Überwindung kostet, weil der Gedanke, was die anderen wohl über einen denken, wenn man so schleicht, nicht verschwindet. Da muss man sich eben einfach mal überwinden.

Die Sonne scheint und das Wetter wird besser. Und draußen sein hilft oftmals gegen den Lagerkoller, der einen doch das ein oder andere Mal erreicht.
Nun heißt es Daumen drücken…das wir im Herbst wieder Läufe laufen dürfen. Draußen…mit vielen Anderen. Und Startnummern und Medaillen usw.
Und das wir alle möglichst gesund bleiben und die Welt wieder zu einer normalen wird.
Auch wenn das momentan irgendwie noch utopisch klingt.

Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. Das sieht doch gut aus, du siehst gut aus, alles wird gut. Nur fest daran glauben 😉
    Und Frauchend Lieblingsdisziplin ist auch das schöne langsame viele Kilometer schrubben …

    Gefällt 1 Person

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