2021 – was für ein Jahr..

Im September 2020 habe ich einen Blogartikel begonnen mit den Worten „Corona hat uns fest im Griff..“ Jetzt haben wir Ende Oktober und noch immer fällt das Wort Corona sehr oft. Wer hätte das geglaubt, anfangs, als da von irgendeinem Virus im fernen China die Rede war.

Ich hatte die Hoffnung, es würde sich 2021 alles normalisieren. Wir könnten wieder Rennen laufen und bei einigen Veranstaltungen sah es tatsächlich so aus, als würden sie stattfinden. Bis sie dann doch abgesagt wurden, ein paar Tage bevor es soweit hätte sein sollen. Die Rede ist vom Zugspitz Ultratrail. Meiner größten Hassliebe! Dreimal habe ich ihn bislang versucht, dreimal musste ich aussteigen. Der vierte Versuch fiel Corona zum Opfer, ebenso der fünfte. Einen sechsten Versuch wird es wohl nicht geben. Jedenfalls nicht 2022. Das kommende Jahr ist so gut wie verplant, der Juni voll mit einem Herzensprojekt, welches 2021 bereits hätte stattfinden sollen, aber auch Corona zum Opfer fiel.

2021 ist also so gut wie um. Was bleibt von diesem Jahr?!? Virtuelle Läufe, die eigentlich schon wieder ihren Reiz verloren haben? Sind wir ehrlich? Wer hat schon noch Lust irgendwo alleine für ein Stück Metall rumzurennen?!? Ich hätte ja auch wenig für möglich gehalten diese Worte mal zu sagen, nachdem ich 2020 jeden virtuellen Lauf mitgenommen habe. Ein paar gabs auch 2021 die ich gelaufen bin, aber auch nichts, was irgendwie der Rede wert wäre.

Der Rennsteiglauf, mein jährliches Highlight wurde verschoben auf Oktober. Und fiel dann letztlich den Kindergartenbazillen zum Opfer. Genau wie der Borderlandultra. Auf beides hatte ich mich gefreut. Beides bin ich nicht gelaufen. Nur der Südthüringentrail, zu dem hab ich mich aufgerafft. 17KM mit ein paar Höhenmetern durch den Thüringer Wald. Beginnend im alten Simson-Werk. Dem Ort meines ersten Ferienjobs, dem ehemaligen Arbeitsplatz der Hälfte meiner Familie. Viel mehr Lauf mit viel Heimat geht ja nicht. Einige bekannte Gesichter und viele nette Gespräche unterwegs, sodass die Zeit doch schneller um ging, als gedacht. Und doch taten mir die 17KM wirklich weh. Körperlich ein wenig. Mental allerdings sehr. Selten war ich an einer Startlinie so Motivationslos. Aber ich hatte mich aufgerafft und irgendwie durch geschafft.

Im wahrsten Sinne. Alles bis 20KM geht sowieso immer irgendwie, außer es ist sehr Alpin.Man muss eben wissen das es weh tut. Und das wusste ich. Auch schon im Vorfeld. Seit der Absage des Zugspitzultra war einfach völlig die Luft raus. Jegliche Motivation hatte sich verabschiedet. Und so zog das Jahr ins Land. Von Lockdown, über Motivationslöcher, bis hin zum neuen Lockdown.

Den Job hatte ich zu Jahresbeginn wieder auf 70% hochgefahren. Wer täglich 6 Stunden arbeitet (macht ca. 8 Stunden täglich, wenn man die Fahrt ins Büro und zurück einrechnet), ein Kleinkind zu Hause hat, einen Mann im Schichtdienst, der kann Sport machen und strukturiert trainieren. Es muss nur gut geplant sein, man muss damit leben das man sich ggf. zu Hause nur die Klinke in die Hand gibt und wenig gemeinsame Zeit hat. Und man muss den Anschluss wieder finden, wenn der Plan mal aus den Fugen gerät. Seit der Absage des ZUT eiere ich so rum. Das muss man tatsächlich so sagen. Ich laufe hier ein bisschen und fahre da ab und an ein klein bisschen Rad. Wenn ich es überhaupt mal schaffe mich aufzuraffen und sportlich was zu machen. Die Sportkilometer in der zweiten Jahreshälfte pendeln sich irgendwo bei 200 ein. Immerhin hatte ich in der ersten Jahreshälfte mit Hilfe einer tollen Ernährungsberaterin herausgefunden woran die Leistungseinbrüche seit der Geburt meines Sohnes lagen. Lebensmittelunverträglichkeiten diverser Art. Und wenn man den Körper ständig mit Zeug füttert, was er eigentlich nicht verträgt, braucht man sich nicht wundern, wenn einem auf den ersten Kilometern schon die Luft ausgeht 😀

Kurzum könnte man sagen, das Jahr 2021 steht ganz unter dem Motto: „Man kann alles schaffen, wenn man es will.“ – ich wollte ab einem gewissen Punkt eben nicht mehr. Corona hat uns alle müde gemacht. Die einen weniger, ich zähle zu den Personen die es eben mehr müde gemacht hat. Der Spagat zwischen Familie, Arbeit, Sport und der Sorge das alle gesund nach Hause kommen, am Ende des Tages. Das macht müde.

Es ist also Zeit das Jahr abzuhaken. Den Rest des Jahres noch so weitermachen und zu schauen das man den Spaß am Sport wieder findet. Zu hoffen das 2022 besser wird und wir alle wieder zu einem Stück Normalität zurückkehren können. Dann kehrt auch sicher wieder die Motivation zurück.

Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. Die Motivation kommt zurück. Und was Du so wuppst, ist doch der helle Wahnsinn!

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